Sachstand klingt nach einfacher Sache. Das ist es zwar selten, wenn es um komplexe Projekte mit vielen Beteiligten, Rechtsvorschriften und Investitionen geht. Dennoch möchten wir Ihnen auf dieser Seite den maximalen Einblick bieten, wo das Projekt IGI Rißtal gerade steht, welche Aufgaben uns derzeit beschäftigen und wie die nächsten Schritte aussehen.

Entwurf von „IGI Rißtal BA1“liegt vor

Zweckverband lädt Öffentlichkeit zur Diskussion des Bebauungsplans ein

 

→ Lageplan als PDF

 

Der Zweckverband IGI Rißtal mit seinen vier Mitgliedern Biberach, Maselheim, Schemmerhofen und Warthausen wurde im Juli 2017 gegründet und befasst sich intensiv mit den Möglichkeiten, miteinander ein interkommunales Gewerbe- und Industriegebiet zu gründen.

Zu diesem Zwecke wurde in der Vergangenheit der Flächennutzungsplan (Fortschreibung läuft)  sowie ein umfassender städtebaulicher Rahmenplan erarbeitet und im Sinne ausreichender Entwicklungsflächen für ansässige Großbetriebe bei bestmöglicher Schonung der Umwelt weiterentwickelt. Beide Pläne bilden die Grundlage für eine räumliche und funktionale Entwicklung des Areals im Norden Biberachs nahe des Rappenhofs.

Nach diesen Vorarbeiten, die mit umfassenden Gutachten zu Verkehr, Hydrogeologie, Altlasten, Schalltechnik, Flora und Fauna sowie Artenschutz einhergingen, legt der Zweckverband der Öffentlichkeit nun den Entwurf des Bebauungsplans des ersten Bauabschnitts (IGI Rißtal – BA1) vor. Im Rahmen einer öffentlichen Verbandsversammlung am 17. Oktober und einer Bürgerversammlung am 6. November (beides jeweils um 17 h in der Turn- und Festhalle Warthausen) sind alle Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen, sich den aktuellen Sachstand erklären zu lassen, unklare Punkte zu klären und Anregungen oder Kritik einzubringen. Die Gesprächspartner auf Seiten der politischen Gremien, Bürgerinitiative, Naturschutzbehörden und Industrie werden durch verschiedene Sitzungen und Runde Tische eingebunden und gehört.

Der Bebauungsplan, der ab sofort im Bürgermeisteramt Warthausen ausliegt, erklärt im Detail die Gestaltung der 32,6 Hektar großen Fläche im Norden Biberachs. Der Geltungsbereich umfasst im Wesentlichen das westliche Teilgebiet des städtebaulichen Rahmenplanes und wird im Süden durch die L267, im Westen durch landwirtschaftliche Nutzflächen, Gehölze sowie die Bahnlinie Friedrichshafen – Biberach – Ulm, im Norden und Osten durch landwirtschaftliche Nutzflächen begrenzt. Das Areal grenzt an bestehende Gewerbeflächen in Herrlishöfen bzw. an deren Erweiterungsflächen GE Steinösch an.

Diese Fläche entspricht in etwa der Größenordnung der aktuellen Nachfragesituation von Unternehmen aus dem Raum Biberach. Außerdem sichert sie die Entwicklung des Gebietes von Süden und ermöglicht den Anschluss an den Bahn-Güterverkehr und einen zukünftigen Personenhaltepunkt der Regio-S-Bahn Donau-Iller. Verkehrstechnisch ist eine Anbindung des Plangebietes an die L 267 im Süden vorgesehen.

Aufgestellt vom Zweckverband wurde der Bebauungsplan von Lars Consult entworfen. Die Planungshoheit für dieses Gebiet liegt beim Zweckverband, nicht bei der Gemeinde Warthausen. Der Bebauungsplan fixiert die konkrete bauliche Ausführung und legt neben den Erschließungs- und Bauflächen auch die Grün- und Ausgleichsflächen fest, definiert Gebäudehöhen, Bauweisen und die Definition der Nutzung als Industrie- und Gewerbegebiet.

Der Entwurf, der im Gespräch mit Bürgern, politischen Akteuren und Unternehmen über die nächsten Monate weiterentwickelt werden soll, beinhaltet drei nahezu rechteckige Bauquartiere mit einer Größe von 29, 64 und 45 T Quadratmetern. Innerhalb dieser Grenzen werden sich bereits in den Kommunen ansässige Betriebe ansiedeln.

Zwischen diesen Quartieren sieht der Plan großzügige Grünflächen vor. Auf diesen gilt es, bestehende Bäume zu erhalten und neue Laubbäume, Büsche und Sträucher anzupflanzen. Durch diese umfangreichen Ein- und Durchgrünungsmaßnahmen wird sich der Anteil an Gehölzen auf diesem Areal gegenüber dem Ist-Zustand erhöhen. Zusätzlich werden an drei Seiten artenreiche Blüh- und Feuchtwiesen entwickelt.

Das Errichten eines Gewerbegebietes kann trotz allem nicht ohne deutliche Versiegelung realisiert werden, im Falle des IGI Rißtal liegt diese bei knapp 69%. Damit bleiben auch nach Fertigstellung des IGI Rißtal gut 30% der Fläche dauerhaft unversiegelt.

Ebenfalls im Bebauungsplan enthalten ist ein Betriebsgleis, das von der bestehenden Bahnlinie abzweigt, am kompletten Areal entlangführt und später wieder auf die vorhandenen Gleise trifft. Diese Bahnanbindung ist ein großer Vorteil des Gebiets und stellt die einwandfreie Erreichbarkeit für den Personen- und Güterverkehr sicher.

Im Anschluss an die Debatte mit allen Beteiligten werden Änderungsvorschläge und Anregungen geprüft und in die weitere Entwicklung des Bebauungsplans einfließen. Parallel dazu wird der bereits in Gang gesetzte Flächennutzungsplan (FNP) weiter angepasst. Ein ebenfalls wichtiger Aspekt sind die laufenden Grundstücksverhandlungen. Mit dieser Aufgabe ist die EnBW-Tochter RBS wave betraut. Mit einigen der privaten Eigentümer, die gemeinsam 30% des Areals besitzen, befindet man sich bereits in Gesprächen.

Auch zweieinhalb Jahre nach seiner Gründung ist das übergeordnete Ziel des Zweckverbands IGI Rißtal die Sicherung und Weiterentwicklung der hochwertigen Lebensbedingungen im ländlichen Raum und die Sicherung des Mittelzentrums Biberach in seiner Bedeutung als wichtiges Arbeitsplatz- und Versorgungszentrum. Im Sinne einer abwägenden, tragfähigen Lösung freuen sich die Verbandsmitglieder auf eine möglichst breite, faire Debatte mit allen Bürgern, Unternehmen, Verbänden und Gremien.

Aufgestellt vom Zweckverband wird der Bebauungsplan von Lars Consult bearbeitet. Die Planungshoheit für dieses Gebiet liegt beim Zweckverband, nicht bei der Gemeinde Warthausen. Mögliche Inhalte des Bebauungsplans sind die Festlegung der Erschließungsflächen, Bauflächen, Grün- und Ausgleichsflächen, die Definition von Gebäudehöhen, Bauweisen und insbesondere die Definition der Grundstücksnutzung – hier: Industrie- und Gewerbegebiet.

Das Flächennutzungsplan- und das Bebauungsplanverfahren werden zeitlich parallel durchgeführt, die vorgesehenen Bürgerbeteiligungen und Bürgerforen werden für beide Verfahren gemeinsam durchgeführt.

Lageplan des Zweckverbandsgebiets Mai 2019

 

 

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Satzungsänderung zum Anpassen des Verbandsgebiets

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Mai 2019

Lageplan des Zweckverbandsgebiets Februar 2019

Satzungsänderung zum Anpassen des Verbandsgebiets

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Februar 2019

September 2018

Nachdem im Zuge eines Zielabweichungsverfahrens geklärt wurde, dass der gewählte Standort im Vergleich zu anderen Alternativen den Anforderungen am ehesten gerecht wird und das geringste Konfliktpotenzial aufweist, kann mit der Planung für das IGI Rißtal konkret begonnen werden.

Vor Weiterführung eines Flächennutzungsplan-Änderungsverfahrens und der Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens durch den Zweckverband soll eine städtebauliche Rahmenplanung eine mögliche bauliche Entwicklung unter Berücksichtigung verschiedener Aspekte (wie z. B. Hydrologie, Lärm, Verkehr, Ökologie) aufzeigen. Auf dieser Basis sollen dann mit dem Flächennutzungsplan die Gebietsabgrenzung konkretisiert und mit dem Bebauungsplan die konkrete bauliche Ausprägung fixiert werden. Nach Abschluss beider Verfahren sind dann die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Entwicklung des Gebietes geschaffen. All diese Arbeiten werden von LARS consult, der Memminger Gesellschaft für Planung und Projektentwicklung, erledigt.

Der Prozess verläuft wie in dieser Darstellung veranschaulicht.
Im Herbst 2018 befinden wir uns damit im Bereich A.

Änderung des Flächennutzungsplans VWR Biberach

Bei den Überlegungen, im Rißtal ein interkommunales Gewerbegebiet zu errichten, beschäftigt sich der Zweckverband mit vielen Fragen der Gebietsabgrenzung und -ausgestaltung. Einen konkreten Zeitplan wird es erst dann geben, wenn auf Ebene der lokalen Gremien und anderer Beteiligter eine Entscheidung verabschiedet wurde. Nach aktuellem Stand werden Ende Januar 2019 Pläne öffentlich vorgestellt – diese können Sie danach dann an dieser Stelle einsehen.

 

Der Flächennutzungsplan wird von der Stadt Biberach für den Verwaltungsraum Biberach erarbeitet. Die beschlossene 5. Änderung wird in das aktuelle FNP-Verfahren (FNP 2035) übernommen.

Der Städtebauliche Rahmenplan ist eine informelle Planung, die eine mögliche bauliche Entwicklung, die Frei- und Retentionsräume und die Erschließung des Plangebietes darstellt.

Aufgabe des städtebaulichen Rahmenplanes ist es, auf Grundlage der bislang gewonnenen Erkenntnisse aus den Fachgutachten und den Vorgaben aus dem Zielabweichungsverfahren, die räumliche und funktionale Entwicklung des Plangebietes mit einer Gesamtfläche von 45 ha bei bestmöglichster Schonung der Umwelt aufzuzeigen. Der städtebauliche Rahmenplan bildet damit die Grundlage für die weitergehenden Bauleitplanungen. Dabei werden die nachfolgenden gestalterischen, funktionalen und ökologischen Ziele berücksichtigt:

Basis für die Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen und der Erhaltung der Wirtschaftskraft im Raum Biberach ist die Sicherung der Entwicklungsmöglichkeiten für bereits ansässige Industriebetriebe. Da dies in erster Linie großflächige Industriebetriebe betrifft, wurden große zusammenhängende Quartiere entworfen, die über eine flächensparende Ringerschließung an die Landesstraße L267 sowie einer Gleisanlage an die Bahnlinie angebunden sind.

Es wird eine grundsätzliche Gliederung des Plangebietes mit durchgehenden internen Grünzügen und Freiräumen längs des Talraumes der Riß vorgegeben. In diesen Bereichen konzentrieren sich grünordnerische und ökologische Maßnahmen wie z. B. die Anlage von Baumreihen und die Ausweisung von Grünflächen. Die jeweiligen Übergänge und die Anbindung in die freie Landschaft werden durch eine abgerückte Bebauung sichergestellt, um eine wirksamere Durchlässigkeit des Grünzugsystems zu erzielen und gesunde Arbeitsverhältnisse zu schaffen.

Zur Sicherstellung des Grundwasserschutzes, insbesondere auch im Bereich des Wasserschutzgebietes Höfen – (Zone III) und zur Erhaltung des Grundwasserdargebotes sieht der Rahmenplan zusätzlich Versickerungsbereiche außerhalb des Wasserschutzgebietes vor. Innerhalb  des Wasserschutzgebietes bestehen Einschränkungen hinsichtlich der Oberflächenwasserbehandlung bzw. -versickerung, dem Ausbau der öffentlichen Verkehrsflächen bzw. auf den Betriebsgrundstücken. Aus diesem Grund wurden entlang der öffentlichen Verkehrsflächen und der internen Grünzüge Flächen vorgehalten, über die eine ordnungsgemäße Ableitung, und soweit zulässig eine Versickerung von Oberflächenwasser, aus dem Plangebiet gewährleistet werden soll. Besonders empfindliche Flächen mit geringem Grundwasserflurabstand wurden von einer Bebauung freigehalten.

Die landschaftliche Einbindung und damit die Reduzierung der Außenwirkung des Plangebietes wird durch die Ausweisung von z.T. breiten Randeingrünungen und Abstandsflächen erreicht. Insbesondere zu den Siedlungsflächen südlich der L267 wurde eine breite Randeingrünung dargestellt, auf der auch geeignete Maßnahmen des Lärmschutzes bei Bedarf vorgesehen werden können.

Zur Verminderung des Verkehrsaufkommens wird eine duale Verkehrsanbindung des Industriegebietes Rißtal mit einem möglichen Bahnanschluss für den Güterverkehr und den Öffentlichen Personennahverkehr im Norden vorgesehen. Dazu wurde parallel zur nördlichen Erschließungsstraße eine Bahntrasse mit Anbindung an die Bahnlinie (Friedrichshafen – Biberach – Ulm) ausgewiesen und im Nordwesten eine multifunktionale Fläche für einen Güterbahnhof und einem Park- und Ride Parkplatz platziert, um Synergieeffekte bestmöglich ausnutzen zu können.

Eine funktionale Erschließung des Plangebietes wird durch einen stufenweisen Ausbau der Verkehrsanbindung an die L 267 mit zwei Zufahrten gewährleistet. Der Endausbau erfolgt nach Herstellung des geplanten Aufstiegs zur B30.

Im Rahmen der Verbandsversammlung vom 19. Februar 2019 wurden das Verkehrsgutachten, das Lärmschutzgutachten, der geotechnische Bericht mit Bodenschutzgutachten, Baugrundgutachten und Altlastgutachten sowie das faunistische Gutachten von Herrn Munz und Herr Geiß, Planungs- und Ingenieurbüro LARS consult vorgestellt. Inhalt und Bedeutung dieser Gutachten wird hier in Kürze erläutert.

Kommende Veranstaltungen

Sitzung zur Verbandsversammlung Zweckverband IGI Rißtal

ACHTUNG: Termin am 17.10 entfällt.
EIN NEUER TERMIN wird in Kürze bekanntgegeben!